ONE-MINUTE-BLOG

Gedanken "ToGo" – von Michael Meudt

ONE-MINUTE-BLOG - Gedanken "ToGo" – von Michael Meudt

+++ Eilmeldung: Merkel akzeptiert Obergrenze!+++

Es klingelte in der Bayerischen Staatskanzlei.
„Seine Heiligkeit Horst Seehofer. Seehofer persönlich. Was können Sie für mich tun?“
Horst Seehofer lachte mal wieder diabolisch in sich hinein.
„Hör auf mit dem Quatsch, ich bin´s, Deine Bundeskanzlerin!“
„Ich weiß…hihi…hallo Angela. Was macht Deine Stimme in meinem Telefon?“
„Ich muss mit Dir reden. Ich akzeptiere die von Dir geforderte Obergrenze!“
„……????“
In das verblüffte Schweigen von Horst Seehofer mischte sich die resolute Stimme der Bundeskanzlerin.
„Gerade nach meinem letzten Besuch in Bayern musste ich einsehen, dass es ohne eine Obergrenze nicht geht!“
„Angela! Mein Reden! Wunderbar! Damit gewinnen wir nächstes Jahr die Wahl. Mit einer Obergrenze wird der AfD die Luft aus den Segeln genommen!…. ähm, aber woher der plötzliche Sinneswandel?“
„Ich habe mich beraten lassen. Es dürfen einfach nicht zu viele aufgenommen werden. Es muss in einem gesunden Verhältnis zur Gesamtanzahl der Menschen stehen. Das müssen wir gesetzlich festlegen!“
„Wie ich ja schon seit Monaten fordere! Ich freue mich über so viel Einsicht!“
„Dafür möchte ich, dass Du mich fortan unterstützt und nie wieder was gegen meine Entscheidungen sagst!“
„Ja ,aber….!“
„Kein Aber … Obergrenze gegen Gehorsam … sonst wird daraus nix.“
Horst Seehofer legte die Hand auf die Muschel und stieß ein lautes „Bämmmm…“ aus. Wieder lachte er diabolisch in sich hinein.
„Pack mo`s, meine Kanzlerin. So machen wir das. Aus München kommt nix Hinterfotziges mehr – versprochen!“
„Gut, dann faxe ich Dir jetzt die entsprechende Passage für den Gesetzentwurf zu. Unsere Verabredung gilt! Du hast es versprochen.“
„Angela – auf mich kannste Dich verlassen. Ab jetzt keine Widerworte mehr!“ Horst Seehofer war schon auf dem Weg zum Fax-Gerät und grinste ein breites Siegerlächeln. Er hatte die Kanzlerin geknackt, in die Knie gezwungen, sie gedemütigt. Vielleicht würde er der nächste Kanzler? Oder Sonnenkönig?

Sein Lächeln gefror zu einer ungläubigen Schockstarre, als er dann das Fax aus dem Drucker zog. Bereits die ersten Zeilen liessen ihn erkennen, dass er der Kanzlerin auf den Leim gegangen war:

„Änderung des Gaststättengesetzes: Gasträume mit mehr als 200 Sitzplätzen dürfen maximal fünf Ober beschäftigen. Diese sogenannte Ober-Grenze gilt auch für Bierzelte auf dem Oktoberfest ….“

Noch bis tief in de Nacht hinein konnte man im Berliner Regierungsviertel das Lachen von Angela Merkel aus dem Kanzleramt hören. Bämmmm….

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+++Eilmeldung: Erdogan entlässt sich selbst!+++

Vor wenigen Minuten gab der türkische Staatspräsident bekannt, dass er sich selbst suspendiert und verhaftet hat. Vor laufender Kamera saß er – mit Handschellen gefesselt – an seinem Schreibtisch und war sichtlich bewegt: „Mir sind heute Dokumente vorgelegt worden, die eindeutig belegen, dass ich, Recep Tayyip Erdogan, jahrelang eine enge politische Verbindung zum Staatsfeind Nummer 1, zu Fethullah Gülen, gepflegt habe. Ich habe anscheinend über Jahre zusammen mit Gülen Schlüsselpositionen in Justiz und Militär mit uns wohlgesonnenen Parteimitgliedern besetzen lassen, um dann alle Macht im Staate allein zu übernehmen. Ich war zusammen mit Gülen an der Planung einer gesellschaftlichen Parallelstruktur beteiligt, einzig, um das Staatsoberhaupt irgendwann zu stürzen. Die sogenannte „goldene Generation“, ausgebildet in Gülen-Schulen, sollte den Staat von innen aushöhlen. Ich habe das damals offensichtlich mit Gülen zusammen geplant, umgesetzt und unterstützt. Die Unterlagen belegen weiter, dass ich zusammen mit Gülen die Islamisierung der Partei vorangetrieben habe und jede Form der Opposition über Diffamierungskampagnen mundtot gemacht habe. Gülen und mir ging es einzig und allein um die Erweiterung unserer Macht gegen alle demokratischen Bewegungen. Ich gebe zu, über Jahre mit Gülen an dem Plan eines Staatsstreiches gearbeitet zu haben.“ Erdogan wird sauer, seine Stimme immer aggressiver. Er rüttelt an den Handschellen: „Ich rufe alle Türken auf, gegen mich auf die Straße zu gehen. Ich habe versprochen, den Staat von Gülen-Anhängern zu säubern – das Virus auszumerzen. Anscheinend – so die Unterlagen – gehöre ich auch dazu und muss entfernt werden. Ich beuge mich dem Willen des Volkes … äh … wenn das Volk es will…ähm…auch die Todesstrafe.“ Erdogans Stimme zittert: “ Dabei sollte ihr natürlich bedenken, dass die Türkei dann nicht in die EU kommt. Also überlegt Euch das nochmal mit der Todesstrafe…ähmmm…bitte!!!“
Die Übertragung bricht an dieser Stelle ab. Da zur Zeit alle Journalisten in der Türkei suspendiert oder eingesperrt sind, erwarten wir in den nächsten 90 Tagen keine weiteren Informationen. Auch der tägliche Brennpunkt nach der Tagesschau fällt heute wegen dieser erfreulichen Meldung aus.

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Erdogan, allein zu Hause …

Büro Erdogan, heute nachmittag. „So, das waren die Letzten!“ – Der türkische Regierungschef Yildirim sah etwas ängstlich aus, so wie er da kleinlaut über die Tischkante lugte und sich mit schweißnassen Händen daran festhielt. „Alle Straßenbahnfahrer sind entlassen!“

„Hervorragend“, grinste Präsident Erdogan diabolisch, während er in seinem riesigen Büro einen aufblasbaren Globus von Hand zu Hand warf und ihm dabei tänzelnd hinterher sah. „Wen haben wir denn noch, den wir entlassen könnten, mein lieber Binali?“ So, wie Erdogan den Vorname seines Regierungschefs aussprach, klang es wie eine Drohung. Aber klang nicht alles, was Erdogan aussprach, wie eine Drohung?

„Niemanden mehr, mein Präsident! Lehrer, Polizisten, Soldaten, Richter – alle suspendiert oder verhaftet. Hebammen, Krankenschwestern und Ärzte – alle weg. Schuhverkäufer wurden gestern entlassen, zusammen mit den Bäckern. Universitätsprofessoren heute morgen, Autohändler am späten Vormittag und vorhin noch Köche und Kantinenpersonal. Keiner mehr da. Alle freigestellt oder verhaftet. Das Gefängnispersonal auch – die haben sich ja heute Nacht dann selbst eingeschlossen, so wie von Ihnen verlangt.“

„Aber irgend jemand muss doch noch da sein?“ – Erdogan bekam wieder seine Ärgerfalte zwischen den Augen und sah Yildirim mit stechenden Augen an. „Sie müssen jemanden finden, den ich noch suspendieren kann. Wir müssen das Virus entfernen. Das Krebsgeschwür. Die Parallelgesellschaft. Wir müssen sie ALLLLEEEEE entfernen!“ Als Erdogan mit schnarrender Stimme „Alle“ schrie,  fuchtelte er mit seiner rechten Hand hin und her und warf dabei seinen Kopf immer wieder nach hinten. Der luftgefüllte Globus war mittlerweile sanft zu Boden gefallen.

„Mir fällt niemand mehr ein, mein Anführer.“ antwortete Yildirim mit zitternder Stimme. „Alle Listen sind abgearbeitet. Die Elektriker sind entfernt worden, die Klempner gleich mit. Piloten zusammen mit dem Flugpersonal. Taxifahrer. Selbst das Parlament haben Sie aufgelöst. Und Ihre Frau musste auch gehen. Also ich wüsste jetzt nicht ….“

„Ohhh jaaaa … doch. Ich weiss noch einen…..!“ Erdogans Stimme überschlug sich vor Eifer und er sabberte ein wenig auf den Tisch, als er Yildirim sehr nah kam und ihn an der Krawatte packt. „SIIIEEEE. Sie kann ich noch entlassen…HAHA! Sie sind gefeuert!!! Ich entferne Sie! Schneide Sie raus aus dem türkischen Leib! Sie Virus! Sie Parallel-Dingsbums! Raus aus meinem Reich!“

„Was ist bloß bei dem Putsch schiefgelaufen, “ dachte Yildirim noch, als er das riesige Büro von Erdogan mit geneigtem Haupt verließ. Drinnen hörte man nur noch ein hysterischen Lachen: „Entlassen! Ich habe sie alle entlassen! ALLLLEEEEEEE….!!!“ Den Knall, den man dann hörte, gab nur kurze Zeit Grund zur Hoffnung. Es war der Globus, der aus unerklärlichen Gründen geplatzt war.

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