Keiner muss stehen bleiben!

Keiner muss stehen bleiben!

Als 20jähriger Student habe ich in Bonn öfter Straßentheater gespielt. Unser Musiklehrer hatte uns damals Pantomime beigebracht. Bei mir schien er ein Talent gesehen zu haben, so dass er mich an einen Freund verwies, der weiterführende Kurse anbot. Die hab ich begeistert besucht, dann mein eigenes kleines Soloprogramm entwickelt und damit bin ich dann immer mal wieder Sonntags in der Innenstadt von Bonn aufgetreten.

Ich hatte immer so ein wahnsinniges Lampenfieber und doch habe ich es geliebt. Drei Stunden ohne ein Wort (nur mit meiner Trillerpfeife…;-)…) Menschen unterhalten, Geschichten erzählen, gemeinsam eine schöne Zeit haben. Wunderbar!
In meiner herzförmigen Keksdosen (als Alternative zum klassischen Hut!) klimperten meist um die 80 bis 100 D-Mark in kleinen Münzen, die ich dann am nächsten Tag – zum Leidwesen der dort angestellten Mitarbeiter – in meiner Sparkasse einzahlte.

Warum erzähle ich das? Straßentheater ist die brutalste, aber auch ehrlichste Form des Theaters und mit unserem heutigen Business-Life zu vergleichen. Wenn Du nicht lieferst, gehen die Menschen vorbei. Abstimmung mit den Füßen! Sie müssen nicht stehenbleiben. Sie müssen nichts in den Hut werfen. Sie müssen nicht klatschen oder mitmachen. Es liegt an Dir. Es liegt daran, was Du anzubieten hast und ob Dein Publikum es in diesem Moment gebrauchen und annehmen kann.

Was bietest Du konkret an? Wie authentisch bist Du dabei? Bist Du im ehrlichen Dialog mit deinen „Kunden“? Bist Du empathisch? All das entscheidet über den Erfolg, über die Bindung, die Du mit Deinem „Kunden“ hast. Er ist der König. Er kann jederzeit gehen. Er muss nicht stehen bleiben. Es liegt an Dir!

Wenn Dich Dein Publikum (sprich: deine Kunden) nicht versteht, geht es weiter. Wenn Du zu aufdringlich bist, weicht es aus. Wenn Du zu ängstlich bist, ist es gelangweilt und geht weiter. Wenn Du zu arrogant bist, geht es weiter. Du kannst Dich darüber ärgern, aber es hilft nichts. Dein Publikum geht einfach weiter. Brutal, wenn Du spielst und keiner bleibt stehen!

Während ich spielte, versuchte ich gleichzeitig die Stimmung wahrzunehmen. Wo reagiert das Publikum besonders gut, wo eher nicht. Was kann ich verstärken, wo muss ich schneller reagieren, was kann ich als nächstes anbieten. Die drei Stunden wurden immer zu einem Tanz zwischen dem Publikum und mir. Wir synchronisierten uns – ein Geben und Nehmen. Beide profitierten – win-win. Der Höhepunkt war immer ein gemeinsamer Chor aus Ahhh- und Ohhh-Lauten bis zum fulminanten Finale. Adrinalin bei mir – Dopamin beim Publikum.

Impuls:

Gehe in einen authentischen Dialog mit Deinen Kunden und Mitarbeitern. Versuche, sie wirklich zu verstehen.  Besonders Deine Mitarbeiter:  sie sind Deine ersten Kunden! Auch sie können einfach weitergehen. 

Keiner muss stehen bleiben, wenn Du spielst. Es liegt an Dir.

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